Montag, 31. Oktober 2005

Eigentlich haette ich eine ganz tolle Geschichte zu erzaehlen, aber hier funktioniert ja nie was

Seit einer geschlagenen Stunde versuche ich, ein Internet-Cafe zu finden, das nicht spontan geschlossen hat. Dann hab ich (nachdem ich 30 Min durch die Strassen laufe, angehupt werde (auch einer ihrer Lieblingsgags: sie schauen bloed, ich geh vorbei, und wenn ich schon fast vorbei bin, raunen sie mir noch ein verfuehrerisches "hola" zu. Das nervt unglaublich) endlich eins gefunden, und jetzt stuerzt alles staendig ab und ich gebs auf und bin grantig. Scheisse!! Naja, soviel dazu, vielleicht ja wann anders. Wie ist bei euch das werte Befinden??

Mittwoch, 26. Oktober 2005

Der "Ich-bremse-nicht-mal-für-den-Präsidenten"-Bus



Eigentlich les ich ja gern im Bus. Rosy hat allerdings neulich erzählt, dass Lesen in ruckeliger Umgebung spontane Netzhautablösung fördert, da sich das Auge so arg anstrengen muss, um auf der richtigen Zeile zu bleiben. Seitdem denke ich jedes Mal auf einer meiner nervenaufreibenden Busfahrten nach Metepec: oh Gott, schau ja nicht auf ein Schild, weil du könntest es versehentlich lesen und dann löst sich spontan deine Netzhaut. Ehrlich. Ich muss außerdem immer ganz tief atmen, um nicht wie March bei den Simpsons in der Folge, als sie Flugangst hat, aufzuspringen und durch den Gang rennend "ichwillrausichwillrausichwillrausrausrausrausrausrausrausrausrausrausrausrausraus" zu schreien. Ich könnte nämlich eigentlich in ca. 15 Minuten in Metepec sein, wenn ich ein Auto hätte, oder wenn sie ihr System der öffentlichen Verkehrsmittel hier nicht so verkackt hätten. Aber nein, ich brauche 50-70 Minuten hin und zurück, zweimal die Woche, da wir ja in Schlangenlinien durch die Stadt fahren müssen und auf 6 Spuren die Straßen vollkommen verstopft sind. Warum sind die Straßen vollkommen verstopft? Weil außer mir keine Sau Bus fährt. Und wenn die Straßen mal nicht verstopft sind, dann steigt jemand ein – steigt jemand aus – steigt jemand ein, etc. Und wenn mal keiner aus- oder einsteigt, kauft sich der Busfahrer am Mercado Juarez "schnell" eine Fanta oder eine Stoffpuppe mit Hexenkopf (das ist kein Witz).
Wenigstens passieren auch manchmal lustige Sachen im Bus, wie neulich am Sonntag. Wir wollen Bus fahren, und das geht so: Wir sehen einen auf uns zurasen, versuchen mit zusammengekniffenen Augen die Schildchen im Fenster mit den Zielorten lesen zu können. Da Bus rast wie die PickUps bei ein Colt für alle Fälle, entziffern wir erst in letzter Sekunde unser Ziel ("C.U." oder "Centro"). Winken. Bus bremst voll, da schon auf unserer Höhe. Wir steigen ein, Bus gibt Vollgas, wir werden auf Gang geworfen, da wir 5 Pesos für die Fahrkarte suchen. Wir versuchen taumelnd Halt zu finden. Weiter Vollgas – Vollbremsung – Leute springen hinein und taumeln, etc. Irgendwann steigen wir aus, Kerstin mit hochrotem Gesicht. Ich: "Was ist los?" – Sie: "Ich hab mich grad an irgend jemandem festgehalten..." – Ich: "Oh, echt?" – Sie: "Ja, an seinem Kopf."

Dienstag, 25. Oktober 2005

Kopflos und aztekisch an der Seite des monolithischen Tempels in Malinalco





... und das unglaublich suesse Paar Rosy und Horacio (ja, sind beide Mexikaner)

Noch ein "mexikanisches Klischee" - Bild

Die Stunden, an denen ich mal besser Montagsmaler gespielt haette

... wenn nach 90 Minuten "deutscher Film" die Antwort auf die Frage "Nenne einen bekannten deutschen Schauspieler" lautet:
"Winnetou."

MALINALCO

The good, the bad and the ugly

Wieder Montag, wieder diese Stadt—während dem Wochenende habe ich begonnen, kurzzeitig mit Toluca zu hadern. Sobald ich die Stadt verlasse, finde ich malerische Dörfer, unberührte Berglandschaften, vibrierendes Leben, Mexiko, wie man es sich vorstellt ... => Fazit: es ist überall schön, außer in Toluca.
Von vorne. Freitag war schlechte Stimmung: Zuerst ist unserer Sekretärin gekündigt worden, weil sie geklaut, Gelder veruntreut und alle Leute um ihre Schulden beschissen hat (tja, jeder hat ihr Geld geliehen, einschließlich – ratet mal – die naive, gutgläubige Susanne). Dann hatten wir auch noch bis 21:00 einen "Fortbildungskurs" in der Schule – didaktisches Zeug – was ja eigentlich gut ist, aber immer Schule... naja, der Kurs war super, aber Kerstin und ich waren vor Müdigkeit schon leicht hysterisch (ich wollte schreiben: "... funktioniert mit jeder Art von Text". Kerstin reicht mir gleichzeitig einen Keks, ich schreibe – ohne es zu merken – "... funktioniert mit jeder Art von Keks". Wir haben Tränen gelacht, was nicht so gut gekommen ist angesichts der Tatsache, dass außer uns noch die Chefin, ihr Mann und ihr Bruder da waren)....
Samstag (nach der Schule, versteht sich) sind wir spontan mit Pau, ihrem Vater und ihrer Cousine (die unglaublich nett waren und uns ständig eingeladen haben) nach Mexico City gefahren, endlich, endlich! Ich hatte ja immer dieses Moloch im Kopf, überall Müllberge, fies aussehende Menschen, Polizeisirenen, rauchig-graue Luft, Blut und brennende Reifen überall, usw. "größte Stadt der Welt" - Klischee... aber falsch! Was wir gesehen haben – zugegebenermaßen nicht viel – war sehr schön! Wir waren in Coyoacán, ein ziemlich hippes Viertel (Frida Kahlo's Heimat, "bohemische" Atmo, Hippies, lustige Leute mit großen Hunden, ein Duft von Nag Champa (etc) in der Luft, und natürlich unglaublich coole Kneipen) – ja, da würd ich gern wohnen !!, haben gegessen getrunken gegessen und ganz viel von Deutschland erzählt, dann wars schon dunkel und wir sind noch kurz durchs Zentrum gefahren. Habt ihr gewusst, dass die Stadt auf einem See gebaut ist, und dass das Museo de Bellas Artes langsam versinkt?
Sehr schön: Plaza de la Constitucion mit dem Palacio Nacional usw, und direkt daneben aztekische Überbleibsel: ganz typisch für die mexikanische Geschichte, Prähispanisches und Hispanisches nebeneinander, sehr bizarr. Übrigens kennen die Leute hier ihre eigene Geschichte ganz außerordentlich gut. War ein kleiner Einblick, in dieser Stadt gibt’s noch unendlich viel zu sehen.
Sonntag haben wir einen Ausflug nach Malinalco gemacht, mit meiner 54-jährigen Schülerin Rosy, ihrem Mann Horacio, deren Sohn, seiner Freundin und noch einem Freund. Auch die waren unglaublich nett und haben uns alles erklärt, uns eingeladen, sich gekümmert....
Malinalco ist ein kleines, verschlafenes Dorf mitten im Wald, dessen Attraktion das Brot, ein altes Kloster und ein paar Pyramiden sind. Es war so gut, mal aus Toluca rauszukommen, Bäume zu sehen und Vögelchen zu hören! Auch da wollte ich dann hinziehen. Geschichtlich folgendermaßen: die Azteken haben dort in den Bergen einen kleinen militärischen Stützpunkt hingebaut. Der Tempel ist monolithisch, d.h. er ist aus einem einzigen Stein gebaut! Diese Leute waren Perforations-Freaks. Sie haben sich beide Lippen, alle (und ich meine: ALLE) sonstigen Körperteile, und als letztes die Nasenscheidewand durchlöchert. Für das Blut war ein eimergroßer Behälter im Boden eingemauert. Spitzen-Idee.
Der Grund, übrigens, warum es Hernan Cortés geschafft hat, die Azteken und Sonstige auszuradieren: er hat behauptet, ihr Sonnengott zu sein, und sie haben ihm geglaubt. Blöderweise war nämlich gerade für dieses Jahr (1519) eh die Rückkehr des Sonnengottes Quetzalcóatl angesagt. Der damalige aztekische Herrscher Moctezuma, der in Tenochtitlán (aztekische Hauptstadt, heute Mexico City) gerade an der Macht war, war zwar zunächst skeptisch. Da die Spanier für die Azteken relativ bleich und daher "sonnenähnlich" ausgesehen haben, hat er – und alle anderen- es doch irgendwie geglaubt... er wurde gefangen genommen, dann Aufstände, Cortés hatte schon viele viele Indígenas als Unterstützung, etc, und das Ende der Geschichte kennt man.
Muss mich beeilen; nur noch schnell, warum ich heute kurzzeitig wieder der Meinung war, vielleicht ist Toluca doch ganz gut: meine Schülerin von heute morgen hat mir ausführlichst erzählt, wie ihr vor 6 Jahren auf einem Parkplatz vorm Supermarkt jemand ins Kreuz geschlagen, eine Pistole in den Bauch gerammt und ihr Auto plus Geld etc geklaut hat.

Donnerstag, 20. Oktober 2005

Die schoenste Strasse der Welt. Wer wuerde hier nicht gerne wohnen?


Vicente Guerrero, meine Strasse, ein Wunder an Ruhe, Idyll und guter Luft.
Auch im Bild: eine kleine Auswahl an Taxifahrern. Ich hasse die Taxifahrer mittlerweile. Ach: hab ich eigentlich schon die Geschichte erzaehlt, als ich dachte, jetzt sterbe ich wahrscheinlich? Das war auch wegen einem Taxifahrer. Spaeter.

... und meine "Terrasse" ...


... fragt mich lieber nicht, wie ich aufs Dach gekommen bin (eine Leiter gibts jedenfalls nicht)

Nevado de Toluca...


... von meinem Dach aus

Der Vulkan und Winnetou: beide irgendwie selbstverständlich

Heute haben wir ganz außerordentlich gute Sicht. Um 07:00, als ich angefangen hab zu unterrichten (heute ganz besonders spaßig, nachdem ich gestern – hui! mal in einer Kneipe war), war es noch stockfinster, aber gegen 08:00 ist die Sonne über dem Vulkan aufgegangen, und der Gipfel war in rotes Licht getaucht. Ich hab mir extra das Klassenzimmer mit Vulkanblick ausgesucht, und meistens sag ich mindestens 1x alle zwei Stunden, hei schau wie schön der Nevado heute wieder ist! Meistens ernte ich dafür Verständnislosigkeit. Es ist nämlich hier folgendermaßen: Man unterhält sich nicht über das Wetter, und die Berge interessieren die Leute einen alten Scheiß. Echt schade! Da dacht ich mir, wie cool in Toluca kann ich bestimmt extrem alpinistisch unterwegs sein, weil schließlich sind wir umzingelt von 4.000ern, so hoch, dass es keinerlei Vegetation mehr gibt. Und dann? - "Ja klar, aufm Nevado war ich schon mal aber bloß bis zum Parkplatz. Wie, Popocatepetl? Viel zu gefährlich / hoch / anstrengend / ach nö wir fahrn lieber an den Strand"... Es gibt hier leider (noch?) keine Berg-Kultur wie "bei uns in Bayern" (einer meiner neuen Lieblingssätze); wenn die Leute Zeit (und Geld) haben, fahren sie ans Meer. Es würde ihnen nicht im Traum einfallen, in die Berge zum Wandern zu gehen. So schade, wo sie doch vor der Tür sind!! Und dort könnte man zumindest ausnahmsweise mal atmen (was ja im Allgemeinen eher zu vermeiden ist). Jedenfalls, ich bin dann gleich um 09:00 nach der clase auf mein Dach geklettert, um endlich mal eine gute Sicht auf DEN VULKAN zu haben, und das sieht so schön aus! So klar, dass man die Krater erkennen kann.

Naja. Und was hat das jetzt nochmal mit Winnetou zu tun?
Nicht viel; gestern hatte ich einen kleinen mentalen Aussetzer bei meinen Jungs. Nachdem ich am Montag mit ihnen "Lola rennt" angeschaut hab ("cooler Film, also, den Film hab ich verstanden, aber kein Wort von den Unterhaltungen"), hatten wir gestern das Thema "deutsches Kino". Ich hab ihnen einen Text gegeben, in dem unter anderem "Michael "Bully" Herbigs Winnetou-Persiflage, der Schuh des Manitu" vorkommt. Erkläre also das Wort Persiflage,"so eine ironische Version von Winnetou, ..." – alle verständnislos, "ja aber Winnetou?", ich: "na ihr wisst schon, Winnetou halt!" - alle: "äh, nein?" Ich (fassungslos), "wie bitte?? Ihr wollt mir erzählen, ihr kennt Winnetou nicht? Seid ihr wahnsinnig? Das ist ungefähr so, wie wenn man den Papst nicht kennt! [... etc]"- alle (peinlich berührt): "oh Gott, wir müssten ihn/es also kennen. Aber wer oder was ist Winnetou? Ist es eine wichtige historische Figur?" [...] Irgendwann ist mir dann langsam ins Bewusstsein gekommen, dass es natürlich völlig absurd ist, dass ein Haufen pubertierender Mexikaner irgend eine Ahnung von Winnetou haben sollte. Apanachi war ja schließlich Uschi Glas... aber ich bin, ohne Scheiß, nicht mal auf die Idee gekommen, dass es irgend jemanden auf der Welt geben KÖNNTE, der Winnetou nicht kennt! So ein integraler Bestandteil meiner Kindheit war das. Naja, als ich mich irgendwie rausgeredet hab (es war eigentlich ziemlich lustig), wollten sie, dass ich ihnen einen Text über Winnetou mitbringe. Ich: "Was, interessiert euch das echt?" - Sie: "Klar wollen wir jetzt wissen, wer das ist, wenn du uns schon 10 Minuten lang als ignorante Idioten hingestellt hast."

Mittwoch, 19. Oktober 2005

Chamaeleon


(Ja ich weiß. Das auf dem Bild ist kein Chamaeleon. Es ist ein largatijas, in meinem Zimmer in Acapulco.)

Komisch, das Lehrer-Sein:

Um ein guter Lehrer zu sein, muss man die Sprache der Schüler sprechen - natürlich metaphorisch -, heißt also, man muss sich anpassen, bzw. bei Bedarf die Farbe wechseln, wie ein Chamaeleon. Unterrichte ich Tania, bin ich 9 Jahre alt. Oder, Lehrer?

Wie auch immer;
heute ist es richtig heiss, das Problem mit der scheiss Hoehensonne hier ist, das sie sofort verbrennt und man knallrot wird, und deswegen fragt mich der Señor Contador jetzt immer, wenn er mich sieht: he, warst du laufen? Das letzte Mal hab ich ihn angeschrien, dass ich zuviel ARBEITEN MUSS UM LAUFEN GEHEN ZU KOENNEN. Naja. Gerade war ich uebrigens laufen. Das war cool: angesichts der Tatsache, dass ich beim ersten Mal nicht mal eine halbe Runde weit gekommen bin, hab ich heute immerhin schon 5 Runden am Stueck geschafft(à 555 m). Mal schaun wann ich 12 Runden laufen kann. Oder 250, dann mach ich auch beim Extrem-Triathlon mit (http://www.triatlonextremo.com), ha-ha.
(der findet im April 2006 beim Vulkan Nevado de Toluca statt. Man muss 60 Meter im eiskalten Wasser des Vulkankraters schwimmen (!!), dann zum 4.700 m hohen Gipfel aufsteigen, und dann noch 17 km mit dem Radl runterfahren. OK.)

Lustige Geschichte I des gestrigen Tages: mein Englisch-Schueler nimmt auch Spanisch-Unterricht bei uns in der Schule. Gestern treffe ich ihn - wutschnaubend, weil schon wieder seine Stunde ausgefallen ist: seine Lehrerin ist zum 2.Mal nicht gekommen. Grund: sie muss gleichzeitig am anderen Ende der Stadt unterrichten. Herzlichen Glueckwunsch an die Organisationskraft unserer Sekretaerin! Ich hab mich totgelacht, er war vollkommen grantig (er muss noch ruhiger werden).

Lustige Geschichte II des gestrigen Tages: Im Bus hab ich mal wieder ziemlich lachen muessen: Es war wie immer unfassbar viel Verkehr. Unsere Spur bewegt sich schlaengelnd vorwaerts, die Gegenverkehrs-Spur wartet an der Ampel. Mein lustiger Busfahrer denkt sich, ach, fahren wir halt mal auf die Gegenverkehrs-Seite, so gehts ja auch viel schneller! Deren Ampel wird gruen, sie fahren frontal auf uns zu, Vollbremsung, dann hupen und viele wueste Beschimpfungen ..

Ueberraschendes Detail des heutigen Tages: Beim Super Compras gibt es eigentlich alles, von Tesafilm ueber Gartenschere ueber alle moeglichen Lebensmittel und Kosmetikprodukte. Aber es gibt - zwischen ca. 60 verschiedenen Shampooarten in vier Regalwaenden - kein Duschgel! Eh ??

Montag, 17. Oktober 2005

Die Huehner zu seinen Fuessen leben, aber ich bezweifle dass sie es noch lange schaffen

Erzaehlstunden (oder Geseier, wie Kerstin sagen wuerde), Carne Asada (oder Grillööön, wie Puffi sagen wuerde), Antro und Zinacantepec

Es geschehen Zeichen und Wunder. Mein Laptop funktioniert spontan wieder! Die Bildschirm-Lampe hat sich seit meiner Ankunft geweigert, zu funktionieren. Jetzt geht’s auf einmal wieder! OK dann los. Es ist Sonntag Abend 20:33, ich sitze im Bett, esse gleich wahlweise Kekse oder Papas (hmm fettige Chips aber ohne Chili und Lemon, die schmecken naemlich zum "wiederholen" (netter mexikanischer Ausdruck fuer Kotzen, oder? So sind sie, die Mexikaner: sie lieben Wortspiele und schmutzige Sachen, aber es ist immer nett verpackt). Na gut, so kann ich – wenn schon nicht der Blockbuster auf Pro 7 geht, der ja traditionell jetzt eigentlich dran waere - zumindest in entspannter Raumatmosphaere ueber mein Wochenende reflektieren und spare gleichzeitig wertvolle Zeit "zwischen-den-Stunden" (schließlich verbring ich die am Allerliebsten in unserer Multifunkionskueche).
Wie war euer Wochenende? Ich hab gehoert, es war schoenes Wetter! Super, es regnet den kompletten sch... Sommer in Deutschland, und kaum verlasse ich das Land, schon strahlt die Sonne. Naja. Hier hat sie zwischen den Regenfaellen auch immer mal geschienen, ich sollte mich also nicht beschweren (zumindest solange ich noch warmes Wasser habe; gerade ist Kerstin dran, auf den Gasmann zu warten). Aber um zum Punkt zu kommen:

Freitag: Puh, Freitag war anstrengend. Aber nicht schlecht. Hat um 8 begonnen mitm Ferl, mit dem ich, wie gesagt, ueber Diskriminierung und Rassismus in Mexiko geredet hab (aber heut keine ernsten Themen mehr, spaeter wieder). Aus dem Gespraech mit E. ueber die narcos ist leider nix geworden, weil sie mir volle 60 Minuten ueber ihr Leben erzaehlt hat. Was interessant war, und natuerlich hab ich fleissig nachgefragt, und bin mir dabei innerlich grinsend (obwohl sie mir ein bisschen leid tut) wie ihr Psychotherapeut vorgekommen. Sie ist ganz schoen ins Detail gegangen, und ich weiss jetzt, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat, warum sie keine Kinder hat, obwohl sie doch so gern welche haette, wie das mit ihrem vorherigen Freund so war und wieso sie ihre Schwiegermutter nicht leiden kann. Komisch, wie das gelaufen ist, ist doch diese Stunde normalerweise eine derer, fuer die ich mich schoen anziehe, damit auch das gehobenere, anspruchsvollere Klientel nicht auf die Idee kommt, meine Kompetenz und Autoritaet anzuzweifeln (sie und ihre Freundin, beide Ende 30 und mit deutschen Ingenieuren verheiratet, sind naemlich eigentlich ein bisschen schwierig). Da sind wir aber mal gespannt, ueber was wir uns morgen von 10 bis 12 unterhalten. Vielleicht hab ich Glueck und sie wird mein Verbotene-Liebe-Ersatz (in Ermangelung eines Fernsehers brauche ich Fremd-Unterhaltung, und in ihr scheint Potential zu stecken: die Redseligkeit hatten wir ja schon, und sie wurde neulich von einem Mexikaner abgeholt, der sie – laut Sekretaerin – gekuesst hat. Na? Na? Betruegen wir unseren Mann?
[Anmerkung: heute ist Montag, die Stunde war folgendermassen: Anfang: Wir reden ueber Muell. Mitte: "Mein Mann hat ihr viele SMS geschrieben und hat sie heimlich besucht." Ende: "Ich denke eigentlich ueber Scheidung nach." Die Arme !!]

... Auch schwierig war meine Englisch – Stunde. Ja, ich unterrichte tatsaechlich in Mexiko einem Deutschen Englisch. Er ist Anfang 40, arbeitet zu viel und stellt zu hohe Ansprueche an sich selbst. Laesst sich aeusserst ungern von einer Landsmaennin verbessern, die 13 Jahre juenger ist als er, was fuer mich als "Lehrerin" eine kleine, aeh, psychologische Herausforderung darstellt. Wir haben auch kein richtiges Buch, und was weiss ich noch von englischer Grammatik? Nicht viel... wir reden also, bzw. ich. Er will nicht so recht. Ausserdem ist er so schoen typisch deutsch und hat mich auf dem wackeligen Hocker sitzen lassen, damit er selbst im bequemen Stuhl sitzen konnte. Ein Mexikaner wuerde lieber nix zu Weihnachten kriegen als sowas zu tun..

..Ooh Mist apropos Mexikaner- gerade sind mir die Tamales eingefallen, die gerade im Kuehlschrank vor sich hingammeln... und morgen ist schon Montag, und bis 19:30 muss ich sie gegessen haben, da hab ich wieder clase mit J****... falls ihr dieses ganze Zeug hier tatsaechlich lest, dann wisst ihr noch, dass ich mich in irgendeinem Kurs ueber Tamales gewundert und lustig gemacht hab. Ich wusste nicht, was sie sind, obwohl sie staendig folgendermaßen verkauft werden: Ein aeltlicher Mann zieht ein Waegelchen voller besagter Tamales durch die Strassen, am liebsten am Sonntag frueh. Damit ihn auch jeder hoert, schreit er nicht etwa. Nein! Er schaltet einfach seinen Kassettenrecorder an, und legt seine Lieblingskassette ein, auf die er anscheinend in einer langen Nacht folgenden Text aufgenommen hat, um seine Stimme fuer die letzten 20 Arbeitsjahre fit zu halten: TAMALEEEES. TAMALEEES. TAMALEEES. Mit Megaphon, in Spitzen-Qualitaet. Das ist kein Witz. Am Anfang dachte ich, es geht um eine wichtige politische Nachricht, die dringend verkuendet werden muss. Aber dann hab ich zugehoert und verstanden, das einzig gesprochene Wort ist- Tamales.
Gut, also die Tamales, und am Freitag abend war ja dieses Konzert von Rene*. Alle sitzen also in der Schule (vor unserer Multifunktions-Kueche, wohlgemerkt, die dann mal wieder 2 Tage quasi unbenutzbar war), schoen angezogen, ganz ordentlich hergerichtet auf ihren Stuehlen. Ich denk mir noch, gottseidank ist keiner von meinen Schuelerchen gekommen bitte ich will wenigstens am Freitag abend keinen Text mehr, da sehe ich J**** sitzen der mir freudig zuwispert, Susan!!! Ich hab dir Tamales mitgebracht, und ich sehe ein großes, dickes, braunes, dampfendes Packet unter seinem Stuhl liegen.... nett von dir. Danke. Die ess ich gleich morgen frueh, oder uebermorgen, am Besten zusammen mit den Chili-Lutschern, die wir immer am Markt geschenkt bekommen.

Samstag frueh, meine treuen Leser wissen es schon, hab ich wieder uebellaunig (ich meine, es ist SAMSTAG IHR IDIOTEN!!!) unterrichtet, aber die Samstagsgruppe ist wirklich so suess, und witzig, dass ich bald wieder gute Laune hatte. Ich hab auch beschlossen das mal alles ein bisschen unstressiger zu machen, und wir haben Phantomime-Spiele gespielt, Wir sind Helden gehoert und Freizeitaktivitaeten gemalt, um mein "Klassenzimmer" zu verschoenern.

Gegen 6 war dann Grillööön dran, was wie immer ein bisschen kompliziert angelaufen ist: mit dem Taxi zu Erika, auf Freundin warten, mit anderem Taxi weiter zu Beto, spaeter mit Taxi weiter zu Galerias, auf Freundin warten, mit deren Freund in den Club (antro), danach mit selbigem Freund zu Erika, auf Taxi warten, mit dem Taxi heim. Aber es war ganz witzig und ich hab abwechslungshalber mal kein Huhn, sondern ungefaehr ein komplettes Rind in Tortilla gegessen. Und wie immer finden es alle Leute unglaublich super cool, dass ich aus Deutschland komme. Jeder, und ich meine JEDER, kann ein bisschen Deutsch oder hat zumindest irgend einen primo, der schon mal dort war. Ich versteh das nicht ganz, warum sind die alle so großer Fan von Deutschland? Zumindest zweifeln sie doch unseren Humor an: ein Witz, ueber den keine Sau lacht, heisst "chiste aleman" (deutscher Witz)...

Sonntag bin ich von der schrecklichen Vision geweckt worden, J's Sohn schreien zu hoeren. WAS war das nochmal von der sogenannten PRIVATSPHAERE hier in der Schule wenn man keine 5 Minuten Ruhe haben kann und dann nicht mal am Sonntag ich bring den Leuten jetzt nur noch Scheissdreck bei wenn das so weiter geht ... etc, bis ich gemerkt habe, dass ich irre. Umsobesser, nach meinem neuen Lieblingsfruehstueck [in Quesadilla = Tortilla mit Kaese, heiss und knusprig, kommt superscharfe Chili mit Zwiebeln, Avocado und Salsa. Mein Kreislauf, mein Darm und ich, wir finden das spitze (a propos Darm, manchmal befuerchte ich, er verdaut sich selbst mit. Hervorragende Arbeitsleistung!)] aeh also nach Fruehstueck haben Kerstin und ich beschlossen, mal wohin zu fahren, wo wir noch nicht waren => also nach Zinacantepec. Ihr muesst euch vorstellen, das waere ungefaehr mit einem Ausflug von Muenchen nach Ottobrunn zu vergleichen, oder Unterhaching. Nicht wirklich spannend, ein Kaff am Ortsrand. Aber wir hatten Glueck: sind aus dem Bus ausgestiegen und sofort am Markt gelandet, der war ganz cool, und ich hab mir einen gurkenfoermigen leicht uebelriechenden Naturschwamm fuer 10 Pesos gekauft. Und Kerstin hat sich ueber lustige bonbonfarbige Haarbaender amuesiert, die ich mir auch beinah gekauft haette. Es ist naemlich folgendermassen: hier ist alles voller Kitsch. Er ist in einem Ausmass allgegenwaertig, dass er quasi unbemerkt Teil des Lebens wird. Ich meine, Entschuldigung, ich binde mir mittlerweile gelbe Plastikelefanten um die Handgelenke.

Jetzt hab ich mich selbst in den Schlaf geschrieben. Oder wie Uli sagen wuerde, guten Morgen, ihr seid am Ende der Mail angekommen! Und gleich muss ich schon wieder aufstehen... in diesem Sinne, bis bald, euere S


*J denkt sich seit Neuestem lauter lustige Publicity-Geschichten fuer die Schule aus, an denen wir immer teilnehmen MUESSEN. Diesmal (gute Idee, eigentlich) war es ein Mini-Benefiz-Konzert fuer die Hurrican-Opfer in Chiapas, gesungen von ihrem staatlich geprueften Opernsaenger und Bruder Rene. Er hat super gesungen! Seine Schuelerin hat auch mitgemacht, das war ein Graus. Ich dachte staendig, ihre Zaehne muessen jeden Moment aus dem Gesicht fallen, und sie tat mir ein bisschen leid weil sie so haesslich ist dass der Gesang auch nix mehr kompensieren kann...

Freitag, 14. Oktober 2005

Muell

Tragischerweise muss ich zugeben, dass es eine nicht zu verleugnende Verbindung zwischen meiner Vorbereitungszeit und der Qualitaet meiner Unterrichtsstunden gibt..
hab naemlich diese Woche ein paar Themen fernab der Buecher angesprochen, und das ist schon viel cooler, als immer nur Grammatik-Scheiss zu machen.
Kontroverses Thema, das ich gestern mit meiner Di-Do-Gruppe diskutiert habe: Muell in Mexiko. Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen Angst: ich hab ihnen naemlich einen ziemlich krassen deutschen Artikel hingelegt, Titel "das Muellproblem Mexiko", und dachte mir, das kann ziemlich in die Hose gehen. Mexikaner koennen es naemlich (verstaendlicherweise) nicht ausstehen, wenn Auslaender ihr Land kritisieren, und reagieren da zum Teil aeusserst humorlos und sensibel. Und ich dahergelaufene Deutsche stell mich hin und erzaehl ihnen herablassend was von Abfallwirtschaft und dass sie gerade ihr Land im Muell ersticken lassen...? Naja, aber ich wollte es mal riskiern, weil ist ja ein interessantes (und durchaus alltagsbezogenes) Thema. Gleich am Anfang hab ich ihnen vorsichtshalber gesagt, dass es nicht in meiner Absicht liegt Mexiko zu kritisieren oder zu sagen, "in Deutschland ist alles besser und ihr Deppen kapiert nix". Ich muss sagen, ich war waehrend diesen 2 Stunden mehrmals sprachlos, weil letzten Endes sie selbst mir Geschichten erzaehlt haben, die meinen Artikel kindergeburtstagsmaessig erscheinen liessen (Rosy: "und du hast gedacht, dein Text waere kontrovers?!"). Gluecklicherweise ist diese Gruppe sehr aufgeschlossen und sie denken auch mal kritisch (Kerstin hat mir von Leuten erzaehlt, die sie ausgelacht haben, als sie das Thema "Muelltrennung" angesprochen hat), unterm Strich waren also alle einer Meinung: es besteht Handlungsbedarf.
Kurz gesagt:
1. Problem: es besteht keinerlei Bewusstsein gegenueber Muell und Umweltverschmutzung. Glasflaschen kommen in den Muell, Papier, Plastik, alles, und zwar in Massen. Es gibt (noch) keine Muelltrennung, und auch giftiger Mist wird einfach weggeschmissen. => es wird eine Menge Muell produziert.
2. Problem: Unzureichende Muellentsorgung. Theoretisch ist es die Verantwortung der Gemeinden, den Muell zu beseitigen. Praktisch jedoch fehlt oft das Geld, fuer Lastwaegen etc, Resultat: der Muell wird nicht richtig und vollstaendig entsorgt. Es gibt also Stadtbereiche, wo einfach keine Muellabfuhr kommt, und die Leute schmeissen den Muell dann meistens in Richtung Hauptstrasse, weil da die Wahrscheinlichkeit groesser ist, dass er mal abgeholt wird. Kleine Geschichte: eine Schuelerin wohnt in einer Strasse, in der staendig die Lichtkabel geklaut werden (zum Verkaufen), es ist also staendig dunkel in der Strasse. Da es dunkel ist, schmeissen die Leute ihren Muell saeckeweise da hin! Und abgeholt wird er meistens einfach gar nicht.
Resultat: wilde Muellkippen, die das Grundwasser verseuchen. Ich weiss nicht, ob ich das schon erwaehnt habe, aber hier trinkt kein Mensch das Leitungswasser weil es vollkommen bakterienverseucht ist. Jeder, der es sich leisten kann, kauft kanisterweise "purifiziertes Wasser" im Supermarkt. Wer es sich nicht leisten kann (und das sind viele), hat leider Pech gehabt und muss das Dreckwasser trinken. Das Grundwasser ist lt. meiner Studenten teils bleihaltig. Sehr gesund!
3. Problem: Planlose Muellverbrennung. Da die Leute den Muell irgendwie loswerden muessen, verbrennen sie ihn halt. Da sie aber ALLES verbrennen, entstehen logischerweise giftige Gase...
... usw.
Es gibt dann auch Leute, die (lt Artikel) fuer ca. EUR 0,30 pro Stunde auf den Muellkippen arbeiten, um recyclebares Material zu finden und weiter zu verkaufen.

Also, das Muellproblem ist krass hier. Anscheinend will die Regierung den ganzen Muell vom D.F. (Mexiko City) jetzt auch hierher in diesen Staat bringen lassen, haben sie gestern gesagt. Angeblich aendert sich aber auch gaaanz langsam das Bewusstsein der Leute, weil es ja auch kaum zu uebersehen ist... liegt ja ueberall... d.h., dass man in die grossen Supermaerkte jetzt angeblich schon Flaschen etc abgeben kann. Und angeblich soll Muelltrennung gesetzmaessig eingefuehrt werden - ha, ha. Gesetz ist fuer die Mexikaner eher ein "Vorschlag": keiner haelt sich an gar nix, und am Allerwenigsten die "Gesetzeshueter". Einen Fuehrerschein kann man sich uebrigens quasi an jeder Ecke kaufen.
.. aber wie gesagt, sie fangen zumindest damit an.
(ich hab dann gesagt, ein weiteres grosses Problem ist der Verkehr, es stinkt hier so... etc, und sie haben gesagt, stinkt? ne, das liegt nicht an den Autos! Das liegt an der Muellkippe, die 2 Strassen weiter ist! - hurra! Ich will nicht wissen, welchen Mist ich hier taeglich einatme..)

Soviel also zu "Mexiko - kontroverse Themen, Teil 1". Heute morgen hab ich mit Fernando ueber Rassissmus und Diskriminierung gesprochen. Das erzaehl ich euch dann spaeter. Dann kommt noch Verbrechen, Gewalt und Diebstahl, und ich glaub die Elvira frag ich heut ueber "narcos" aus (die kuemmern sich drum, dass die Drogen sicher ueber die Grenze kommen)...

In diesem Sinne, nochmal tief Luft holen und: einen schoenen Tag!

Donnerstag, 13. Oktober 2005

So ganz allgemein ...

Was ich komisch finde...
... dass viele zu "Sanborns" oder anderen ueberteuerten Restaurants zum Essen gehen, das Doppelte bezahlen wie am Markt, und es schmeckt ihnen noch nicht mal besonders. Und das nur, weil es uncool ist, am Markt zu essen.
... dass viele auch lieber das Doppelte fuer amerikanische Kleidung etc ausgeben, weil sie ihren eigenen Produktionen nicht vertrauen (= "alles Mexikanische ist schlechte Qualitaet")
... leider fallen mir gerade nicht mehr Beispiele ein, aber
=> einerseits extremer Hang zu "Amerikanischem", andererseits die abgrundtiefe Verachtung der Gringos, ihrer Kultur, ihrer Erziehung etc. Hm, muss ich noch genauer eruieren.

Aber was schon mal bemerkenswert ist: Alle, die ich bisher kennen gelernt habe, verfuegen ueber z.T. Detail-Wissen bzgl. euorpaeischer / insb. deutscher Politik etc. Angesichts der Tatsache, dass ich nicht mal wusste, wie der mexikanische Praesident heisst, bevor ich hierher gekommen bin, finde ich das erstaunlich.

Ausserdem, was Anderes:
ALLE Unverheirateten (zumindest alle, die ich kennen gelernt hab) wohnen ganz selbstverstaendlich noch bei ihren Eltern, auch wenn sie Ende 20 / Anfang 30 sind. Ausser wenn sie mal kurz zum Studieren in einer anderen Stadt sind, aber auch dann kommen die Meisten wieder zurueck; a) aus Geldgruenden, und b) Familie hat einen Stellenwert in ganz anderen Dimensionen als in Deutschland.

Und was ich echt cool finde, muss ja auch mal gesagt werden:
Die Jungs hier helfen den Maedels nicht nur in die Jacke, oder machen die Autotuer (und alle anderen Tueren) auf; sie lassen die Maedels immer zuerst eintreten, helfen ihnen beim aus-dem-Bus-aussteigen, nehmen ihnen sogar Tueten vom Gewicht eines Chipstuete ab und kuemmern sich auch ansonsten ganz selbstverstaendlich um alle anfallenden Arbeiten.
Alte Schule, find ich spitze.

Dienstag, 11. Oktober 2005

Der Kampf des [V] gegen das [B]

Hmm-- der Kleine hat gestern waehrend meiner Stnde nicht Benzin auf den Schreibtisch gespuckt, aber er hat sich eine halbe Stunde im Klo eingesperrt und seine Hose vollgekackt. Der Arme hat Durchfall.
Naja, gestern abend bei den Jungs, es laeuft ja echt immer gut, wenn nicht die pinche Grammatik waere: sie fragen nach allgemeingueltigen Regeln. Darin bin ich schlecht. Versuche also, mir eine allgemeingueltige Regel fuer den Gebrauch von "der groesste" und "am groessten" aus den Fingern zu saugen. Denk mir eine aus. Dauert keine 2 Minuten, da wird sie von den Jungs widerlegt... mist... suche weiter, erklaere es halbscharig, dann lesen wir das bloede Buch weiter, und: DA STEHT DIE REGEL. Soviel zu meiner rollenden Planung, nehme mir vor, ab jetzt zumindest mal vorher durchzulesen, was ich ihnen im Unterricht erzaehlen will.. ansonsten wars ganz witzig. Um sie zum Reden zu bringen, bin ich zu instrumenteller Kondititionierung uebergegangen: wer als erster redet, kriegt einen Keks. Funktioniert! Fuerchte nur, dass sie jetzt ohne Keks nicht mehr reden. Das unloesbarste Problem ist diese Aussprachegeschichte: im Spanischen spricht man [b] praktisch wie [v] aus, und das [d] ein bisschen wie [th]. Was zu folgenden Saetzen fuehrt: Bo ist das Wath? Bas heisst boll? Ber bill bir, oder wahlweise wer will wir?

Montag, 10. Oktober 2005

VALLE DE BRAVO

Heute also wieder im Schulmaedchen - Internetcafe, da das andere ausser"plan"maessig geschlossen ist: der Nachbar / Papa / Primo sagt, "hm- er sollte eigentlich schon da sein, aber wahrscheinlich kommt er nicht mehr. Hey aber dafuer hab ich einen Primo im D.F. (das ist Mexico City), der eine deutsche Buecherei hat! Also, wenn du mal was brauchst ..." Nett. Primo, uebrigens, heisst eigentlich Cousin, aber praktisch meinen sie damit alle Leute, die in irgendeiner Art verwandschaftlicher Beziehung mit ihnen stehen. Und das sind - immer - VIELE. Die Tania hat mir auch ihren Stammbaum aufgemalt, und es waren ca. 120 primos, die wir gezaehlt haben (sie hat viel gelernt in dieser Stunde).
Es ist also Montag ... das Wochenende war wirklich cool! Ich weiss ja nicht, was ihr gemacht habt, aber ich bin am Samstag nachmittag ins Valle de Bravo gefahren. Das ist der "Naherholungsort" fuer die chilangos (die ausm DF) und die Leute aus Toluca, die mal wieder atmen wollen (das mit der Luftverschmutzung ist echt der Wahnsinn, darueber muss ich bald mal ausfuehrlicher schreiben, das macht mich echt fertig- es stinkt EXTREM). Nach ca. einer Stunde Fahrt kommen wir auch schon an - es ist ein wunderschones kleines malerisches Dorf in den Bergen, mit einem See, schoen warm - und wir stehen im Stau (klar, weil die engen Kopfsteinpflastergassen mit den Automassen leicht ueberfordert sind, oeffentliche Verkehrsmittel gibts keine, und zu Fuss gehen steht nicht zur Diskussion)... naja, aber nur kurz. Wir = Beto, Pau, ein Studienkollege - Pepetoño -, und deren Schwester Katia, die Nachrichtenmoderatorin bei einem toluqueñischen Lokalfernsehsender ist. Die sind zw. 22 und 27 und sehr entspannt.
Sind also zu Betos Wochenendhaus gefahren, das Wetter war schoen, wir haben noch eingekauft, dann draussen gegrillt und dann unglaublich viel carne asada plus Quesadillas gegessen. Dann hats angefangen zu schuetten und wir haben Fussballspiel Mexico - Guatemala angeschaut, was ziemlich witzig war: Mexico hat 5 Tore geschossen, und jedesmal ist Pepe vollkommen ausgeflippt, und wir haben uns totgelacht ueber ihn. Von ca. 1:00 bis 3:30 in der Nacht sind wir dann im 38°C warmen Whirlpool gelegen, der bei ihnen auf der Terasse steht... und am naechsten Tag sind wir ein bisschen durchs Dorf gelaufen. Schoen war das! Diese 4 sind wirklich sehr nett und ausserdem reden sie gerne Bloedsinn, es war also ein aeusserst witziges Wochenende! Die wuerd ich gern mal mit nach Deutschland nehmen! mundial (WM) waere schon ein guter Grund, mal nach Muenchen zu kommen - das Stadium kennen sie natuerlich alle schon laengst - und ausserdem sind sie praktischerweise ziemlich begeistert von Deutschland. Gut so! Kommt rueber! Aber ich kann mir vorstellen, dass sie ziemlich verschreckt von den Deutschen waeren- immerhin kommt in D normalerweise kein Mensch auf die Idee, ein wildfremdes Maedele mal mit zum Wochenendhaus der Eltern zum Feiern zu nehmen... oder?
Naja, also wie gesagt, es war echt witzig. Bald Fotos. Sie haben ein Spanisch-Slang-fuer-Fortgeschrittene-Examen, Thema "chingar", mit mir gemacht: chingar ist ein boeses Wort, das sehr kreativ, staendig und unglaublich variantenreich verwendet wird: es kann je nach Kontext und Verwendungsart viel, gut, nicht so gut, beschissen, geh zum Teufel, und noch allerlei andere Sachen ... heissen. Ich hab bestanden. Ausserdem, Jochen, ich hab die Hausaufgabe geschafft! Ich hab ihnen "lieber 5. als Fuerther" gelernt !! Und nicht nur einer, sondern drei Mexikaner haben es gesagt und verstanden !
Die Heimfahrt war mal wieder typisch: Es gibt genau zwei Strassen, die vom Valle nach Toluca fuehren. Wir fahren also die eine davon, Slalom, durch den Wald, als wir halb daheim waren, faengt es - mal wieder - an zu schuetten, und auf einmal gehts nicht mehr weiter: Autoschlange, Stau. Pepe rennt raus, kommt vollkommen durchnaesst wieder und sagt: Leider Erdrutsch, ein Baum liegt quer auf der Strasse-- Weiterfahren unmoeglich... also kehren wir (und alle anderen, hurra) um, fahren wieder eine Stunde zurueck ins Valle, quer durch das Dorf, um zur anderen Strasse zu kommen, die hinaus fuehrt..
naja, wir haens geschafft, um ca 9 war ich daheim, und heut hab ich wieder um 7 angefangen. Oh Mann. Heut hab ich mich drauf verlassen, dass die Gute wieder zu spaet kommt, aber nein: heute kommt sie 5 Minuten zu frueh. 5 Minuten koennen unendlich wichtig sein, wenn es kalt ist und dunkel und der Kaffee noch nicht fertig ist... gleich kommen wieder die Kinder der Chefin, und ICH BIN HEUTE NICHT IN KINDERSTIMMUNG. UEBERHAUPT. NICHT. Ha, das wird ein Spass: wie, du willst den wasserfesten dunkelblauen Textmarker in den Mund nehmen? BITTE SCHOEN! Mal deine Zunge an, spucke Benzin auf den Schreibtisch deiner Mama, aber tu es LEISE.

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Einkaufen

Yippehh----- seit dieser Woche hab ich heisses Wasser !!! Es ist wunderbar !
Heute ist mir aufgefallen, was ich in den letzten drei Wochen schon alles konsumiert hab:
Ein Riesen-Glas Nescafe, zwei 500g-Familienpackungen Cornflakes, ein Glas Nutella, und schaetzungsweise an die 40 Huehner. Heute war ich einkaufen und die Geschaefte machen alle irgendwann gegen halb 11 auf. Und was, bitte, machen die Leute vor halb 11?? Ach ja, ab 07:00 Uhr frueh bei uns deutsch lernen wollen, danke. Naja, das Einkaufen macht hier nicht so richtig viel Spass: Abgesehen davon, dass man vor halb 11 eben nur heruntergelassene Rollaeden in den Geschaefts-Garagen findet [selbstverstaendlich ohne Hinweisschild, welches Geschaeft sich dahinter verbirgt: Klamotten, Eisenwaren, Gemuese - meistens Eisenwaren... (ich hab schon mal ein Internetcafe gesehen, das ich danach nie wieder gefunden habe, obwohl ich staendig durch diese Strasse laufe: wenn der Rollo unten ist: keine Chance zur Wiedererkennung)], ist es stressig und stinkt und man muss staendig aufpassen, dass man nicht von einem wahnsinnigen Bus- oder Taxifahrer ueberfahren wird. Die fahren echt wie die Irren, hier! Ein Fahrrad zu benutzen - oder sich darauf zu verlassen, dass die Autos halten, wenn man ueber den "Zebrastreifen" geht, waere, ohne zu uebertreiben, Selbstmord. Und was mich echt nervt, ist: die Stadt quillt ueber vor Taxis (kein Wunder, zu Fuss geht ja hier kein Mensch), und jedes Mal, wenn ein Sch... Taxi an mir vorbei faehrt, hupt es. Irgendwann werde ich sie anschreien, verdammt, ich will LAUFEN, ZU FUSS LAUFEN UND WEHE IHR IDIOTEN HUPT NOCHMAL.., also, Klamotten kaufen ist ein bisschen schwierig hier. Viele Gummibaerchen-Glitzerpullis und C&A-rosane Hosenanzuege. Beim Schuhe kaufen ist man dafuer ueberfordert wegen viel zu viel Auswahl, und was man hier zum Beispiel nicht kaufen kann, ist eine Haarkur. Aus der Haarpflege-Abteilung gibt es hier vor allem zwei Produkte: 1) ein Mittel zum Haare glaetten, und ganz wichtig 2) Haargel in Eimergroesse. Das braucht man hier! Keinen Haarschopf, vor allem keinen maennlichen, findet man, der nicht vor Gel schwarz triefend glaenzt, keine Straehne faellt je in die Stirn. Sie greifen anscheinend mit zwei Haenden in den Gel-Eimer und kleben sich dann das Haupthaar in Elvis-Manier nach hinten. Im Bus, wenn man auf die ganzen Koepfe schaut, sieht das lustig aus. Baeh ich moechte nicht wissen wie die Kopfkissen von denen aussehen, oder vielleicht schaben sie es ab und machen aus den Gel-Ueberresten auf den Kopfkissen diese gruenen Pudding-Nachspeisen, die es ueberall gibt---- ok das war ekelhaft.

Eigentlich wollte ich noch ueber das sehr interessante Thema "Nationalstolz der Mexikaner - ein zweischneidiges Schwert" schreiben, aber der PC ist so langsam und ausserdem hab ich keine Lust mehr. Aber ich werd mich heute abend mit den Jungs wieder drueber unterhalten, dann hab ich noch ein paar Meinungen mehr. Es geht um Familienfeste, Feiertage, Flaggen, der mexikanische Stolz auf der einen Seite, und die Indígenas, die naemlich eigentlich von allen diskriminiert werden, auf der anderen Seite. So ganz hab ich das noch nicht durchschaut.

Dienstag, 4. Oktober 2005

Schulgeschichten

Gestern habe ich mich mit der 9-jaehrigen Tania verbuendet. Es ist ganz offensichtlich, sie hat keine Lust auf Deutsch. Es muss fuer sie sein wie Spinat essen oder Zaehne putzen, man muss halt durch. Die Eltern zwingen sie, und es gibt kein Entkommen fuer sie. Wir spielen also lustige Spielchen, um uns die gegenseitige Langeweile zu vertreiben. Das Ergebnis hat nur am Rande was mit Deutsch zu tun. Bsp: Ich male meinen Stammbaum: das ist mein Onkel. Er heisst Hans. Sobald das Verhaeltnis ueber 60:40 deutsch:malen geht, faengt sie an, professionell abzulenken. Sie versteckt sich unter dem Tisch oder ratet die Namen der uebrigen 9 Onkels. Irgendwann sitzen wir beide gemuetlich am Tisch und rechnen aus, wieviel ein Getraenk in Deutschland kostet. Ich krieg dann ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil eine Einzelstunde mit mir als hochqualifizierter Muttersprachlerin die armen Eltern ein Vermoegen kostet. Sie koennten ihr Geld auch verbrennen oder den Boden damit wischen. Ich frage also: "Tania. Ich weiss, dich interessiert das hier nicht. Aber was sagt deine Mama, wenn sie dich abholt? Fragt sie, was du gelernt hast?"- Sie: "Klaro. Jedes Mal." - "Und was sagst du ihr dann heute?"- "Na, dass du mir von deiner Familie erzaehlt hast! Und dass du mir gezeigt hast, was Onkel und so heisst!" (Ich sage ihr das Wort "Onkel", und nicht mal 2 Minuten spaeter frage ich sie nochmal, sie hat es vergessen und wir spielen Galgemmaennchen "O_ k_l", damit sie sich erinnern kann: Ohkal. Omkul.) - "Aeh, aber Tania, was machst du, wenn mal Besuch aus Deutschland kommt?" - "Na, dann sag ich, ich bin nicht da."
Aber nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Ich passe mich nur den Wuenschen meiner Kunden an. Ohne Scheiss, die Schule ist die beste und renommierteste Deutschschule der Stadt. Als wir neulich beim Taco-Mann waren, der uns seine Telefonnummer gegeben hat (er heisst Vladimir), und wir ihm gesagt haben, wo wir arbeiten, hat er die Schule auch gleich gekannt.
Im Ernst: Wir unterrichten fuer die Leute von Chrysler, Bosch, BMW & Co, und die meisten wollen auch wirklich was lernen.
Wer Montags von 7-9 meinen Schlaf stoert, sollte besser was lernen wollen. Und zu spaet kommen - viel zu spaet... wie gestern:
jede stille Minute vor meinem Nescafe war ein Geschenk. Ein bisschen Hoffnung- vielleicht kommt sie nicht..? Dann Schritte: aargh- sie ist da. Die ersten fuenf Minuten mit einem neuen Schueler sind meistens ein bisschen seltsam. Nicht gestern, Montags, um 07:15 Uhr: Ich gebe ihr (sie ist - natuerlich - nett) ein Stichwort, und die naechsten 15 Minuten verlaufen so: sie erzaehlt zoegernd, redet, fliesst ueber redet redet redet und ich bin apathisch, trinke ab und zu verstohlen von meinem Kaffee, werfe passend ein "dios mio!" oder a-ha ein und denke, rede, mein Kindchen, rede die Zeit weg...
... weitere 15 Minuten spaeter bin ich aufgewacht und wir haben Akkusativ geuebt.

Manchmal wollen auch die Jungs lieber Montagsmaler speilen, wie gestern. Und natuerlich beuge ich mich den Wuenschen meiner Kundschaft! Sie malen Lottoscheinkaestchen und Tamales (ich weiss nicht, was es ist, aber es ist essbar und sieht aus wie eine Schallplatte), ich male einen Buergersteig. Ueberhaupt, der Buergersteig: Ich erklaere den Jungs die Bedeutung von "raeumen" (Geschirr in den Schrank...). Dann fange ich an, ihnen das Verb "Schnee raeumen" zu erklaeren und male Bildchen und erzaehle.... sie schauen mich leicht verwirrt an, bis Gustavo sagt: Ist ja interessant. Nur dass wir hier keinen Schnee haben..

Montag, 3. Oktober 2005

Betys Freunde

Pau (Betys Schwester), Erica, Beto
Sehr nett sind die!

Sabatino


Die Gruppe vom Samstag: Gersain, Arturo, Cintia, Ana Paula

Huepfburg


Gregory "Frau Lehrerin, machst du ein Foto von mir, wie ich von der Huepfburg springe?"
(Das ist einer der beiden brasilianischen Jungs)

jetzt aber: Oktoberfest! - Brasil

Selma, Jozelma, und der kleine Gabriel

FOTOS !! -> ein paar fuege ich unten an der jeweiligen Stelle im Text ein

Das sind (von links) Marco, Bety, Made, und Pau - das war vorletztes Wochenende.

Kommentare

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Sonntag, 2. Oktober 2005

Baumchili besiegt


Hurra, mein Magen-Darm-Trakt ist trainiert! McDonalds mit Baumchili plus Salat macht mir gar nix mehr!
Wollte euch gerade Bilder vom "Oktoberfest" zeigen, aber natuerlich funktioniert es nicht, und die sind die hier so planlos in diesem Internetcafe dass die Frau mich nur daemlich angrinst und mir helfen will, ein Word-Dokument zu oeffnen. Na danke. Schade, die Bilder waeren echt lustig! Das war eine witzige Feier, und es waren ungefaehr alle Leute da, die ich in den vergangenen drei Wochen kennen gelernt hab. Was ja gar nicht so wenig sind. Kerstin und ich haben Bier verkauft, und die paar Flaschen deutsches Bier haben innerhalb kuerzester Zeit schon ein paar Jungs weggesoffen, die sich praktisch gar nicht vom Bierstand weg bewegt haben. Ansonsten hats noch Schweinebraten und Apfelkuchen (beides von Norbert gekocht / gebacken), aufbackbare Brezen und Gluehwein gegeben. Es war ein ziemlicher Erfolg! Fuer die Kinder war eine kleine Huepfburg auf der Strasse aufgebaut. Bettys Freunde waren auch da, um mich zu besuchen: sehr nett. Ueberhaupt hat man mich nach Guernavaca, Queretaro, zum Valle de Bravo und nach Zipocacactepec (oder so aehnlich...) eingeladen. Sehr nett!
Am Samstag frueh hab ich wie immer uebellaunig unterrichten muessen. Das ist glaub ich noch schlimmer als um 7 Uhr frueh anzufangen: dass ich Samstags arbeiten muss, da ist das Wochenende gar keins mehr. Ueberhaupt bin ich sauer auf die J, weil sie unzuverlaessig und planlos ist und uns ueber nichts informiert. Ab naechster Woche hab ich, wie ich am Samstag um 13:00 zufaellig erfahren habe, insgesamt 12 verschiedene Gruppen (!!), und: ich muss auch Englisch unterrichten! Naja, mir is wurscht.
Gestern war ich mal wieder mit dem Samstags-Kurs unterwegs, weil eine davon Geburtstag gefeiert hat. Wir waren Essen, und ich bin mir uralt vorgekommen, wie die Tante, die zu Besuch ist (die sind alle 20-21).
Heute gibts nichts weiter spannendes zu berichten, ausser, dass das Wetter super schoen ist und wir gerade Mariachis gehoert haben. Es gibt hier im Zentrum so eine kleine Art Mini-Amphitheater, und da setzen sich die Leute im Kreis auf die verdreckten Steinstufen und warten, was passiert. Und es passiert immer was. Bisher waren es immer irgendwelche Clowns, heute: sieben Mariachis mit Geige, Trompete und Gitarre. Schoen!