Montag, 12. Dezember 2005

Boliche, La Marquesa und noch 5 Tage bis Deutschland

Nur noch drei Tage arbeiten, dann hab ich Urlaub, hurra!! Ich bin mittlerweile auch echt urlaubsreif, glaub ich. Diese Tage werden noch stressig, aber ich werde einfach weiterhin singen. Mittlerweile hab ich, was das betrifft, jegliches Schamgefühl verloren und singe den Gruppen mit Begeisterung Stille Nacht, O Tannenbaum, Leise rieselt der Schnee und Alle Jahre wieder vor. Irgendwie sind alle unsere Weihnachtslieder zwar schön, aber ein bisschen traurig, das sagen zumindest die Schülerchen. Dann singen sie mir ein mexikanisches Lied vor "yo te pido posaaadaaa" und es klingt ein bisschen, wie wenn bei uns jemand um 5 in der Früh "ein Prosit..." grölt. Morgen will die Schlaftablettengruppe mit mir essen gehen (nach dem Unterricht), und am Mittwoch die Jungs-Gruppe (während dem Unterricht), und am Donnerstag flieg ich schon! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf einen guten Kaffee freue, und auf eine Scheibe Schwarzbrot, und auf Lebkuchen, und Knödel (und natürlich auf euch) !
Das Wochenende war gut. Am Samstag war ich bei Betty's und Pau's Familie zum Pozole-Essen eingeladen; Pozole ist wahrscheinlich das Beste, was ich bisher gegessen hab: Suppe mit Huhn (natürlich), einer Maiskorn-Abart und noch einiges Undefinierbares, und dann wirft man noch folgende Zutaten jeweils frisch rein: Salat, Radieschen, Zwiebeln, Chili und Oregano. Dazu isst man Maistortillas mit Bohnenmus und Crema. Als Nachspeise hat's einen Kokos-Nuss-Kuchen gegeben, den ich wahrscheinlich erst in Deutschland vollständig verdaut habe. Hmm, lecker. Danach sind wir zum Bowling gegangen.
Heut früh um 9 bin ich mit ein paar von meinen Schülerchen zu La Marquesa gefahren, das ist eine Art "Naherholungsgebiet" zwischen Toluca und dem D.F.: eigentlich ein schönes Tal, aber es führt halt die Autobahn durch, deswegen büßt es etwas an Idylle und Harmonie ein. An der Strasse entlang sind Tausende von Essensständen, und was die Leute dort machen, ist: Go-Kart fahren und Reiten. Pferde, hurra! Wir sind geritten, was cool war, aber auch ein bisschen typische Touristenverarschung, wie man sie überall auf der Welt findet: alte, lahme Pferde werden eine halbe Stunde mit wechselnder Touristenlast einen kleinen Weg entlang geführt. Trotzdem war's cool, und ich hab mich mal wieder dran erinnert, dass ich dringend ein Pferd haben muss, irgendwann mal ...
Danach sind wir tatsächlich auf den Gipfel eines kleinen Berges geklettert, das war angesichts der Abneigung der Mexikaner gegenüber jeglicher Art von Bewegung schon ein kleines Wunder. Immerhin haben wir fast eine dreiviertel Stunde hoch gebraucht, und oben hat man nicht mal mehr die Lastwagen der Autobahn gehört. Das war schön!

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