Donnerstag, 1. Dezember 2005

Die Feier der toluquenischen Pseudo–Elite und Cuernavaca

Am Samstag war ich endlich mal wieder auf einer Feier. Ganz schön lang her gewesen! Es war der 23.Geburtstag irgendeines Freundes eines Schülers von Kerstin, und dementsprechend hab ich auch nur 2 Leute gekannt, nämlich Kerstin und ebendiesen Schüler mit dem schönen Namen Octavio.
Auf dieser Feier war eine Ansammlung von Schickimicki-Typen anzutreffen, die einer Münchner After-Work-Party in der Reitschule Konkurrenz gemacht hätte ! Die Jungs im Anzug oder zumindest auf jeden Fall in Hemd, die Mädels am Besten ohne Strümpfe in HighHeels – dazu muss erwähnt werden, dass wir IM FREIEN gestanden sind: Die Location war nämlich ein mittelgroßer Garten, komplett mit Zeltdach überzogen. Man feiert also in Toluca Ende November draußen, alles klar. Wir hatten geschätzte 10°C Wohlfühl-Temperatur.
Wenigstens war das Essen spitzenklasse (frijoles (Bohnenmus), pollo con mole verde (Huhn mit grüner Pampe), mole rojo (rote, schwere Pampe), Chicarrón (getrocknete Schweinehaut, mmmhh), nogal (Kaktus) mit Chili, und natürlich massenweise Tortillas.
Ansonsten waren die einzigen beiden Attraktionen der Party:
1) die Geschichten von Octavio, der erzählt hat, dass er im Rahmen eines Wettessens mal 9 große Pizzas gegessen hat, und dass er 2 ganze Flaschen Tequila trinken kann, ohne blind zu werden oder zu sterben
2) das Unterhosenspiel. Wir sitzen, nichtsahnend, frierend und leicht gelangweilt auf unseren Plastikstühlen im Garten, hören uns zum 100.Mal irgend ein unfassbar schlechtes Lied an (and god asked the people, why are you so quiet?). Auf einmal springen mehrere Jungs auf und rennen in Scharen zu zwei verschiedenen Typen. Je zu 3. oder 4. packen sie ihre Opfer ungefähr an der Hüfte, zerren an den Klamotten und schleudern sie halb durch die Gegend— Kerstin und ich, fassungslos, "was geht hier vor?" Octavio: "ach, das ist ein Spiel. Sie haben ihnen die Unterhosen zerrissen und ausgezogen."
Ach sooo.
Die Unterhosen sind dann eine Zeitlang zerfetzt auf dem Rasen rumgelegen, schade, dass ich die nicht fotografiert hab.

Und am Sonntag in Cuernavaca: War's schön! Wir waren nur – feierbedingt – ziemlich müde, und dass wir um 9:00 früh 2,5 Stunden kurvige Strecke fullspeed Bus gefahren sind und das Kind vor uns in eine Plastiktüte gereihert hat, hat unser Wohlbefinden spontan nicht unbedingt gestärkt.

Was sonst noch los war:
Dienstag: Volksfest in Zinacantepec. Ist genauso wie Volksi in Neumarkt, nur ohne Bierzelte und Maßkrüge. Aber, ehrlich gesagt, den mexikanischen "Fahrgeschäften" trau ich noch weniger als anderen, ich hab mich ziemlich gewundert, dass ich nach 10 Minuten Überschlag-Überschlag-Überschlag-Überschlag (ich war mir bereits sicher, dass sie ein Problem mit der Steuerung haben und das Gerät nie wieder stoppen können) doch lebend rausgekommen bin.

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