Montag, 6. Februar 2006

Maybe the worst is behind,

sagen die Barenaked Ladies

Oder um gleich noch eine musikalische Autorität zu zitieren: "Es geht runter, und es geht wieder rauf." Man soll den Tag bekanntlich ja nicht vor dem Abend loben, aber: ich lobe und preise diesen Tag. Die schlimmen Sachen bessern sich gerade enorm. Und abgesehen davon haben wir anscheinend auch die schlimmste Kälte überstanden! Ich bin zwar noch nicht soweit, um ohne Wollsocken zu schlafen, aber es ist bereits deutlich wärmer geworden. Die Sonne scheint wieder, die Vögelchen fangen an zu zwitschern, alles entspannt sich. Mann. Die Leute fragen mich immer, wie gefällt es dir? Warum bleibst du nicht länger? Nachdem ich die letzten Wochen ungefähr einen Finger dafür gegeben hätte, um von hier verschwinden zu können, kann ich heute zum ersten Mal wieder sagen: es ist alles okay, und ich freue mich, dass ich noch zwei Monate an der Schule bin. (Nach wie vor freue ich mich aber genauso darüber, dass ich und mein Rucksack in zwei Monaten Richtung Oaxaca aufbrechen ...)
Was ist sonst so passiert? Ich gehe wieder laufen und habe angenehmen Muskelkater. Ansonsten kann ich immer noch nur über die Schule berichten. Heute (Freitag) hab ich eine neue 8-jährige Schülerin bekommen. Meine bloße Anwesenheit hat der Armen so viel Angst eingejagt, dass es vollkommen wurscht war, was wir gemacht haben. Das Gute daran war, dass sogar der andere kleine Schreihals zumindest für ein paar Minuten die Klappe gehalten hat, weil er die Aufgaben schneller lösen wollte als sie, he he. Konkurrenzkampf ist spitze!
In meinen Englisch – Klassen spiele ich nach wie vor hauptsächlich Psycho-Tante. Weder mit dem Deutschen noch mit der Mexikanerin mache ich jemals grammatikalische Übungen; sie erzählen mir von ihren Kindern, deren Eheproblemen, eigenen Scheidungen und sonstigen Schwierigkeiten. Facettenreich, das.

Lustig war auch folgender Dialog zwischen der Brasilianerin (J) und ihrem kleinen Sohn (G):
J: "Mir ist heute so schlecht, das ist wie damals, als ich schwanger war. Ständig habe ich das Gefühl, das Kind kommt aus meinem Mund raus. Wie wenn das Kind im Magen liegen würde."
G: "Wie, die Kinder liegen nicht im Magen? Wo denn dann ??"
J: "Ha ha! Schon mal was von Uterus gehört? Das ist ja wie damals, als du mich gefragt hast, wozu man diese zwei Beutel neben dem Pipi braucht. Ob da Pipi drin gelagert wird, und wenn sie voll sind, muss man aufs Klo?"
G: "Echt, das hab ich gefragt? - Aber Mama, was ist denn jetzt eigentlich in den Beuteln neben dem Pipi?"

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