Mittwoch, 26. April 2006

Noch 2 Tage... Regenzeit.

Bin krank.
Verschleimte Nebenhöhlen, Schnupfen, Husten, Kopfweh, das ganze Programm. Scheiße. Hoffentlich wird das besser bis Donnerstag, weil mit meinem verkorksten Sinus-System wird das sonst ein böses Ende nehmen im Flugzeug.
Liege also im Bett rum, bzw. auf meiner Matratze in der Bibliothek, und verbringe meine letzten Tage zusammen mit allen Hausstaubmilben Mexikos. Kann mir gar nicht vorstellen, dass ich übermorgen das Land für immer verlassen werde. Ist mir aber grad auch echt egal. Meine schlechte Laune von gestern ist jetzt stoischer Gleichgültigkeit gewichen, und eigentlich bin ich schon wieder ein bisschen genervt von den Mexikanern. Außer Kerstin und Jozelma plus Gregory will ich im Moment gar keinen sehen. Ist das nicht komisch: Ich bin mir fast sicher, dass ich eher mit Tom und Rimple in Kontakt bleibe, die ich knappe 3 Wochen gekannt habe, als mit irgend einem/r Mexikaner/in, den/die ich seit 8 Monaten regelmäßig sehe und mit dem/der ich Wochenendausflüge gemacht habe und und und ...

Heut war ich mit Kerstin frühstücken und danach ein bisschen in der Stadt, mit ihr ist es echt immer sehr lustig. Und wir kommen immer wieder zu demselben Schluss: wir verstehen sie einfach nicht! Keiner weiß, was sie eigentlich wollen / sich denken. Echt komisch. Egal ob "freundschaftliches Verhältnis" zu Mädels oder zu Jungs, oder auch "mehr als freundschaftliches Verhältnis": Alle Beziehungen hier kommen mir vor wie ein Luftballon, der zu schnell aufgeblasen wird, immer mehr und mehr aufgepumpt wird in zu kurzer Zeit, und dann platzt. Was übrig bleibt, sind ein paar Stücke, die man eigentlich auch wegschmeißen kann, damit man nicht ständig daran erinnert wird. Das ist so traurig!
Vielleicht liegt es daran, dass wir Ausländer sind und jeder weiß, dass wir eh bald gehen?

Wie auch immer. Die Regenzeit hat wieder begonnen – pünktlich um 4 wird es dunkel und es fängt an zu schütten und zu gewittern. Vorgestern noch im Träger-T-Shirt und ohne Decke geschlafen. Letzte Nacht dann wieder mit Pullover plus T-Shirt, Schlafsack und Katzentöterdecke – und gefroren.

Jetzt muss ich eigentlich nur noch meine absurd vielen Sachen irgendwie unterbringen, und mir noch Bestechungsgeld fuer den Flughafen aufheben.

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