Montag, 24. April 2006

Noch 4 Tage -- Insel verlassen, Cancun

Servus! nachdem ich gestern schon den bayerischen wetterbericht gecheckt habe, kann ja fast nix mehr schiefgehen.. ich freu mich auf deutschland!

Bin in Cancun angekommen und froh, dass ich nicht laenger hier bleibe. zu touristisch, stressig, voller uebergewichtiger auslaender. aber ich bin zufrieden, weil in nettem hostel neben dem busbahnhof. da muss ich dann morgen um 5.00 frueh nicht so weit laufen, um zum flughafen zu kommen. morgen frueh flieg ich naemlich nach toluca zurueck.

mein urlaub ist aus! keine palmen mehr, keine insel - aber das ist schon ok so. das auf der insel war wirklich sehr cool, aber auf die dauer doch ein bisschen zu, aeh, eindimensional. (womit ich nicht sagen will, dass ich mich gelangweilt haette)

folgendes habe ich noch erlebt: den gestrigen abend hab ich mit 4 israelis verbracht. das hat so ausgesehen, dass sie sich hauptsaechlich auf hebraeisch unterhalten haben, dazu pausenlos tequila-shots getrunken und israelische musik gehoert haben. war ziemlich interessant, das ganze. immerhin hab ich in den letzten tagen mehr israelis getroffen, als bisher in meinem ganzen leben zusammen. und mein erster und sehr oberflaechlicher eindruck ist: sie sind ein seltsames voelkchen, schauen gerne sehr ernst und boese und gehen mit dem selbstbewusstsein grimmiger baeren durch die welt. auch die frauen. und sie reden laut. aber nach 2-3 jahren army ist so ein auftreten wahrscheinlich irgendwie normal. und sie haben namen wie idan, amid, kobi, die im durchschnitt nach 2 sekunden mein ultrakurzzeitgedaechtnis wieder verlassen haben. meiner momentanen brain-aktivitaet entsprechend habe ich doch noch folgendes auf hebraeisch gelernt: prost, und zu zaehlen.
bis 2.

der abend hat ein interessantes ende gefunden, als einer der jungs mich mit duesterer stimme gefragt hat, do you want to come to my room? da er zu mir bisher ungefaehr so freundlich war wie ein hund zu einer zecke, die sich in seinem fell festgebissen hat, habe ich ihm tatsaechlich die intelligente frage gestellt, and what do you want to do in your room?, und er, "be witt you."
heeey! einen herzlichen glueckwunsch zu diesen verfuehrungskuensten!
natuerlich habe ich auf diese interkulturelle erfahrung verzichtet, und heute frueh hat er mich keines blickes gewuerdigt.
wie gesagt, ein seltsames voelkchen.

heute war ich mit der norwegerin heidi und zwei kanadierinnen am strand. nach unterhaltung mit einem der maedels ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich unterm strich doch echt froh bin, in toluca gewesen zu sein, wo ich 7 monate lang keinem einzigen touristen begegnet bin.
nicht, dass ich was gegen touristen haette- bin ich ja auch stanedig.
aaaaber. erstens nervt mich die tatsache, dass ein haufen leute einfach die mexikanischen stranede abklappert, und sie alles andere - kultur, oder die leute, zum beispiel - einen alten scheiss zu interessieren scheint. mexiko ist ja jetzt nicht gerade ein kulturarmes land.
diese tussi hab ich gefragt, ob sie denn in san cristobal war, nachdem sie schon 3 monate in mexiko unterwegs ist. und sie sagt, no but like i really wanna go cause my friend baught like the coolest necklaces there and i like really wanna have them.
kein witz, keine uebertreibung. hauptsache, an straenden rumhaengen und eine stimme haben wie barry white.

und zweitens. (jetzt wird es kurz metaphorisch.) rumreisen an sich ist natuerlich ausserordentlich cool. aber ich stelle mir die kultur und gesellschaft eines landes wie eine nudelsuppe vor - ein paar nudeln schwimen an der oberflaeche, aber die meisten nudeln, und die ganzen gewuerze etc, liegen am boden.
also, als tourist hat man einfach nie die chance, mehr als ein paar aufgeweichte nudeln zu sehen, die oben schwimmen und unter umstaenden das bild der ganzen suppe noch verzerren.

in toluca hatte ich zumindest die moeglichkeit, mal mit dem loeffel in die suppe einzutauchen. darueber bin ich froh, und ich glaube, dass diese tatsache mir bei jeder meiner zukuenftigen reisen bewusster sein wird als vorher.

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