Samstag, 15. April 2006

Straaaaaand!!! Ach ja, und Chitchén Itzá

Endlich, endlich, endlich bin ich am Strand angekommen!
Welcher Tag ist heute... hmmmm ach ja, Ostersamstag. Dann bin ich also seit Donnerstag hier? Zeit und Raum verschwimmen... die letzten 2 Wochen sind echt schnell vergangen, heute ist offiziell der letzte Tag meiner "Tour". Im Nachhinein bin ich doch wirklich froh, dass ich das gemacht habe, weil wochenlang alleine zu reisen ist - ziemlich deprimierend, und in Mexiko einfach keine gute Idee.

Am Donnerstag haben wir also Mérida verlassen und sind nach Chichén Itzá gefahren und haben - mal wieder Pyramiden besichtigt! Maya-Pyramiden. Es handelt sich um die groessten Pyramiden auf der Yucatan-Halbinsel - ungeheuer beeindruckend, riesig gross das Castillo, und alt, wunderschoen bestimmt, wenn man nicht in stundenlang in bruetender Hitze auf freiem Feld rumrennen und Treppen steigen muss. Es waren unendlich viele Leute da, es war teuer, sozusagen ein Gringo-Spielplatz, und heiss heiss heiss und ich hatte einfach keinen Bock mehr. Aber bin natuerlich trotzdem brav und stoisch drei Stunden wie ein Hund hinter der Gruppe hergetrottet, habe mir aber geschworen, dass das jetzt wirklich die letzten Pyramiden fuer dieses Jahr waren.
Immerhin haben wir beobachten koennen, wie ein unglaublich fetter Typ Stufe fuer Stufe eine Pyramide runtergeschwabbelt ist, auf seinem Hintern. Hahahahaha. Es ist verboten diese Pyramide zu besteigen, also haben wir den Guide gefragt, wieviel es "kostet", trotzdem raufzugehen. Er, ertappt, stammelt: "ehhh nein das sind Archaeologen". Ja! Klar. Indiana Jones, quasi wie aus dem Gesicht geschnitten..

Irgendwann Abends sind wir in PLAYA DEL CARMEN angekommen.. und seitdem laufen wir zum Strand, und zurueck, und zum Essen, und zurueck zum Strand...

Playa del Carmen ist ein seltsamer kleiner Touristenort. Es sind gottseidank nicht so viele Gringos wie erwartet hier, aber grad wegen Ostern ist der Ort mit allen moeglichen Nationalitaeten ueberflutet, und alles ist absurd teuer.

Das Meer ist allerdings der Wahnsinn: Tiefblaues, hellblaues, tuerkieses, gruenblaues kristallklares Wasser, nicht zu warm - nicht zu kalt; eine leichte Brise, Sonnenschein, Palmen, Pelikane segeln sanft den Strand entlang..

Ab und zu kann man nette mexikanische Spektakel beobachten. Zum Beispiel baut innerhalb kuerzester Zeit eine mexikanische Grossfamilie ein ganzes Dorf direkt vor unseren Augen auf: Zelte, Klappstuehle, Plastiktueten voller Essen, Horden schreiender Kinder und uebergewichtiger Frauen.
Aber suess, irgendwie. Hier in Mexiko kann man am Strand "Lieder kaufen", das heisst, es laufen 2 Kerle mit schwarzem Sombrero, Jeans, Hemd mit Stieren draufgedruckt und Cowboystiefeln, ach ja und Gitarren, rum, die sind wie lebende Spielautomaten. Der Familienvater unseres Dorfes hat seiner Frau fuer 50 Pesos ein Lied gekauft, sowas muessen die hier ab und zu machen. Was romantisches halt: ein Stofftier, Bluemchen, oder ein Lied.
Dann bleiben die 2 Vollklischeemexikaner kurz stehen, spielen auf und singen ein tragisches Lied. Der Vatti steht mit seiner Sol-Bierdose daneben, sein riiiiesiger Bauch haengt ihm ueber die Badehose und er zwirbelt liebevoll an seinem Schnurrbart und schaut auf die Mutti, die im Plastikstuhl neben ihm sitzt, die Tortillas kurz beiseite legt und andaechtig der Musik lauscht. Schoen ist das.
Nach dem Lied geht´s weiter im Text, andále Tochter lang mir die Tortillas rueber..

Abends konvertiert das Staedtchen allerdings in Ballermann - international Version. Tausende bizarr aufgebrezelter Menschen tummeln sich in den Strandbars, trinken ueberteuerte Cocktails und wollen unbedingt in den Schicki-Club mit dem Elefanten vorn. Das nervt eigentlich ein bisschen, aber egal.

Meine letzte Woche hier werd ich noch mit dem Tom rumhaengen, und ein paar Tage lang sind auch Rimple und Jody noch da. Das ist gut, vor allem in meinem momentanen Zustand vollkommener finanzieller Abhaengigkeit. Gerade hab ich versucht, was auf ein englisches Konto zu ueberweisen. Und...? ES FUNKTIONIERT NICHT! Wegen IBAN. Ahrrg.. ich hoffe sehr irgendwie einen Weg aus dieser leichten Finanzkrise zu finden, sonst weiss ich naemlich nicht wirklich, wie ich nach Toluca zurueck kommen soll.

Aber bisher ueberlebe ich. Heute ziehe ich mit Tom in ein lustiges Hostel, mit Haengematten und kostenlosem Kaffee und "Willkommen" in allen Sprachen. Irgendwer hat geschrieben: Seawas oide Wuaschthaud habe die Ehre.
Bayern!

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