Mittwoch, 29. Februar 2012

Worüber ich in meinem alten Leben die Nase gerümpft hätte:

A) Lang geplanten kinderfreien Mädelsnachmittag absagen, weil das Baby fremdelt. ("Sie wird's überleben!")

B) Nie nach 19.00 mit Baby unterwegs sein. ("Dann geht sie halt mal später in's Bett!")

C) Im Café auf der Eckbank Windeln wechseln.

Neue Heimat?


Dienstag, 21. Februar 2012

Wo sind meine sozialen Netzwerke hin...

... und zwar die realen??? Ich will meine Freunde wieder haben. Verdammt. Hätte nicht gedacht, dass es so lang dauern würde, bis ich mal jemanden anrufen kann zum Kaffee trinken. Nach einem halben Jahr ist jedenfalls noch kein Mensch in Sicht. Und ich rede hier nicht von Leuten, die sich in die Hose machen oder sich im nüchternen Zustand auf ihre T-Shirts übergeben.

Freitag, 17. Februar 2012

Krippenplatz. Kein Krippenplatz?

Über viele Dinge habe ich mir Gedanken gemacht, als ich schwanger war. Wie wird mein Baby aussehen? Werde ich eine gute Mutter sein? Wie wird der Zwerg unsere Beziehung und meine Brüste verändern? Usw.
Aber nicht über Dinge wie Rollenverteilung, die Frau in der Gesellschaft, und "warum hab ich überhaupt studiert".

Ich bin fassungslos, wie hirnverbrannt das Thema "Kinderbetreuung" in Deutschland gehandhabt wird. All diese brachliegenden qualifizierten und motivierten Arbeitskräfte, die daheim sitzen und nicht arbeiten können, weil sie keinen Krippenplatz kriegen. Was für eine Verschwendung!

So sieht es bei uns gerade aus:
Bei besagter Krippe wurde wie gesagt keine zweite Gruppe genehmigt, "da es in Würzburg genügend Krippenplätze gibt". Woher möchte das jemand wissen, frag ich mich. Es gibt keine zentrale Anmeldung für Krippenplätze. Jede Mutter meldet ihr Kind bei jeder Krippe an. Ergebnis: Jede Krippe verwaltet einen unübersichtlichen Wust von ca. 60 Anmeldungen auf einer Warteliste, von denen eine nicht bekannte Anzahl sich de facto bereits nicht mehr für den Platz interessiert. Für jedes Kind gibt es also ca. 20 verschiedene Bearbeitungsvorgänge. Völliger Schwachsinn, für die Mütter, für die KiTas, und die Stadt KANN gar keinen Überblick haben. Warum kümmert sich nicht irgend jemand darum, das effizienter zu gestalten? Ach so, weil es kein Geld einbringt. Bin ich blöd. Dann sollen lieber alle KiTas der Stadt ihren unterbezahlten Erzieherinnen noch ein bisschen Beschäftigungstherapie zusätzlich besorgen.

Eine Bekannte bekommt übrigens in besagter Krippe einen Platz für ihren Sohn. Sie will nicht arbeiten. Ich wiederhole: SIE WILL NICHT ARBEITEN.

Das wirft für mich folgende Fragen auf:
1) Wie verteilt die KiTa ihre Plätze? Spickern auf Anmeldezettel?
2) Warum subventioniert die Stadt Würzburg eine Akademikerin, die gerne ein bisschen freie Zeit genießen möchte, während ihr Kind in der Krippe betreut wird?
3) Warum... nein. Die Frage kann ich beantworten. Ich kann gut verstehen, dass man die Möglichkeit beim Schopf ergreift, sich daheim ein bisschen den Hintern breitzusitzen. Wäre nichts für mich, aber ich würde das auch gerne wollen und mich mal so richtig entspannen können bei Richterin Barbara Salesch.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Pubertät beginnt ...

... manchmal schon mit 7 Monaten. Oh, wir leiden unter Stimmungsschwankungen. Und wusstet ihr, dass man tatsächlich ZEITGLEICH lachen und brüllen kann? Mein Baby, was will es? Man weiß es nicht. SIE weiß es auch nicht. Sie fängt aus heiterem Himmel bitterlich an zu weinen, bis ich fast schon sicher bin, dass sie Schmerzen hat - aber nein, wenn sie bei YMCA wieder anfängt zu grinsen, kann's nicht so schlimm sein. Also Village People in allen Ehren, aber Blähungen oder Mittelohrentzündung heilen? Eher auslösen. Also doch Baby-Pubertät.

Und sie ärgert sich so stark! Roter Kopf, die Händchen zu Fäusten geballt, die sie sich wutentbrannt und mit entsprechendem Begleit-Schrei auf den Bauch schlägt! WARUM TUT IHR MIR DAS AN?, und worüber sie sich ärgert:
Sie ärgert sich, wenn ich sie umziehe, weil sie sich vollgespuckt hat und nach Rind riecht. Sie ärgert sich, weil sie Zeitungspapier nicht essen darf. Sie ärgert sich, wenn ich sie in den Kinderwagen lege. Wenn ich sie wieder herausnehme. Wenn der Wasserball wegrollt. Wenn ich ihr den Hasen aus der Hand nehme, um die Hand in ein T-Shirt zu stecken. Wenn sie nicht innerhalb von 3 Minuten einschlafen kann (hallo, Papa! Woher könnte sie das haben?). Wenn sie zu lange auf dem Bauch liegt. Wenn sie zu lange auf dem Rücken liegt. Weil sie vergessen hat, wie sie sich auf den Rücken drehen kann. Weil sie nicht einfach aufstehen und weggehen kann (trotz des monatelangen Situp-Trainings). Wenn ich aus ihrem Blickfeld verschwinde, insbesondere wenn ich auf's Klo gehe. Wenn ich ihr todbringenden Getreidebrei statt Rind zu essen gebe (wobei das eher in Richtung Ekel geht: Mama, warum vergiftest du mich?). Wenn ich ihr den Rotz aus dem Näschen wische. Wenn es nach 17.00 Uhr ist. Wenn es 6.00 früh ist und Mama und Papa wollen NICHT SPAß, SPAß, SPAß. Wenn Mama einen Kaffee trinken will. Böse, nachlässige Mama.

Etc.

Bloß gut, dass sie noch nicht zielgerichtet mit Gegenständen nach mir werfen (oder sich eine eigene Wohnung suchen) kann.

Bizarres Business, heute: Einladung zum Interview

Habe also in dieser Beamtenstadt, in der es ungefähr so viele Jobs für Akademiker gibt wie Fahrradfahrer in Mexiko (ha!), eine Bewerbung verschickt. Zum einzigen Unternehmen, das thematisch zu meinem wirren CV passt und das noch dazu eine Wahnsinns-Stelle ausgeschrieben hat. Wochenlang: Nichts. Da ich ja nun dafür bekannt bin, mein Schicksal eifrig und beflissen selbst in die Hand zu nehmen, hab ich dort angerufen, um mich zu erkundigen, ob meine Hardcover-Bewerbung (hallo 2012!) vielleicht noch ungeöffnet als Schmierzettel dient. Aber nein! Man wusste sogleich, wer ich war, und "hätten Sie vielleicht mal Lust vorbei zu kommen zu einem kleinen Gespräch"?
Hat der ein Glück, dass nicht gerade ein Versicherungsvertreter angerufen hat, sonst hätte der die Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen...

Mittwoch, 15. Februar 2012

Es scheitert am Krippenplatz, Teil II

Die nächsten.
Bei der Anmeldung bekam ich den Hinweis, dass wir gute Chancen haben, falls der Kindergarten die Genehmigung für eine zweite Gruppe bekommt. Hab heute angerufen, und die wirklich nette Frau sagt, "leider nicht genehmigt worden, weil es in Würzburg eh GENÜGEND KRIPPENPLÄTZE gibt." Aha! Gibt's die? Wo denn???

Neulich, nachts

Ich: Hey! (Fußtritt)

Er: Was los?

Ich: Hör auf zu schnarchen!!

Er: Das ist das Baby.

Ich: [...]


[Es war das Baby]

Dienstag, 14. Februar 2012

7 Monate

Weinberg

Es scheitert am Krippenplatz, Teil I

Gestern.
Das Telefon klingelt. Ich füttere sie gerade. Denk mir noch, nichts auf der Welt kann so wichtig sein, dass es nicht 10 Minuten warten könnte. Elisa trinkt fertig, kriegt eine neue Windel, geht schlafen. Ich hör die Mailbox ab, Krippe E. erbittet Rückruf! Klingt gut!! Ich rufe sofort zurück. Maximal 10 Minuten sind vergangen seit dem Anruf.

"Ja hallo, äh, das hat sich zwischenzeitlich erledigt!" Ich: "Wie jetzt?" - "Wir hätten einen Krippenplatz für Ihre Tochter gehabt, aber den haben wir jetzt anderweitig vergeben." - Ich, fassungslos: "Ich krieg jetzt keinen Krippenplatz, weil ich meine Tochter ein paar Minuten lang FERTIG GEFÜTTERT HABE??" - "Tja, das geht manchmal sehr schnell..."

Aha! Schönen Dank auch! Da geht er hin, mein beruflicher Wiedereinstieg. Wegen 10 Minuten.

Sue is back! Diesmal: Unterfranken

Hallo Internet! Ich melde mich zurück, wieder mal aus dem Ausland, diesmal: dem unterfränkischen. Wir (= mein Baby, mein Mann und ich) befinden uns in der Fremde, "alle anderen" sind daheim geblieben. Vielleicht wollt ihr ja wissen was so passiert, hier, mit der 7 Monate alten Spatzi, mit mir in der Arbeitslosigkeit, mit dem Versuch das Baby in einer Krippe anzumelden und einen neuen Job für mich zu finden. Und natürlich neue Leute. Auch wenn es Unterfranken sind...

Somit hat sich am Zweck des Blogs nicht viel geändert. Ich berichte für die Daheimgebliebenen aus der Ferne, und ob Mexiko oder Unterfranken, ist kein großer Unterschied: Mit der Sprache tu ich mir schwer.

Warum ich mich erst jetzt melde, obwohl wir schon fast 6 Monate hier sind?
ICH SCHLAFE WIEDER!!! Endlich kann meine brodelnde kreative Energie wieder außerhalb der Themenpunkte "Spülmaschine einräumen" und "Baby bespaßen" kanalisiert werden! Spatzi, halt durch!!