Freitag, 17. Februar 2012

Krippenplatz. Kein Krippenplatz?

Über viele Dinge habe ich mir Gedanken gemacht, als ich schwanger war. Wie wird mein Baby aussehen? Werde ich eine gute Mutter sein? Wie wird der Zwerg unsere Beziehung und meine Brüste verändern? Usw.
Aber nicht über Dinge wie Rollenverteilung, die Frau in der Gesellschaft, und "warum hab ich überhaupt studiert".

Ich bin fassungslos, wie hirnverbrannt das Thema "Kinderbetreuung" in Deutschland gehandhabt wird. All diese brachliegenden qualifizierten und motivierten Arbeitskräfte, die daheim sitzen und nicht arbeiten können, weil sie keinen Krippenplatz kriegen. Was für eine Verschwendung!

So sieht es bei uns gerade aus:
Bei besagter Krippe wurde wie gesagt keine zweite Gruppe genehmigt, "da es in Würzburg genügend Krippenplätze gibt". Woher möchte das jemand wissen, frag ich mich. Es gibt keine zentrale Anmeldung für Krippenplätze. Jede Mutter meldet ihr Kind bei jeder Krippe an. Ergebnis: Jede Krippe verwaltet einen unübersichtlichen Wust von ca. 60 Anmeldungen auf einer Warteliste, von denen eine nicht bekannte Anzahl sich de facto bereits nicht mehr für den Platz interessiert. Für jedes Kind gibt es also ca. 20 verschiedene Bearbeitungsvorgänge. Völliger Schwachsinn, für die Mütter, für die KiTas, und die Stadt KANN gar keinen Überblick haben. Warum kümmert sich nicht irgend jemand darum, das effizienter zu gestalten? Ach so, weil es kein Geld einbringt. Bin ich blöd. Dann sollen lieber alle KiTas der Stadt ihren unterbezahlten Erzieherinnen noch ein bisschen Beschäftigungstherapie zusätzlich besorgen.

Eine Bekannte bekommt übrigens in besagter Krippe einen Platz für ihren Sohn. Sie will nicht arbeiten. Ich wiederhole: SIE WILL NICHT ARBEITEN.

Das wirft für mich folgende Fragen auf:
1) Wie verteilt die KiTa ihre Plätze? Spickern auf Anmeldezettel?
2) Warum subventioniert die Stadt Würzburg eine Akademikerin, die gerne ein bisschen freie Zeit genießen möchte, während ihr Kind in der Krippe betreut wird?
3) Warum... nein. Die Frage kann ich beantworten. Ich kann gut verstehen, dass man die Möglichkeit beim Schopf ergreift, sich daheim ein bisschen den Hintern breitzusitzen. Wäre nichts für mich, aber ich würde das auch gerne wollen und mich mal so richtig entspannen können bei Richterin Barbara Salesch.

Kommentare:

michaela hat gesagt…

Ich bin durch Zufall hier gelandet... aber es ist immer wieder klasse zu lese, dass alle die geliche Probleme mit den Kitas haben... Frauen die arbeite wollen bekommen keinen Platz und die die eien haben brauchen ihn um Frau Salesch ungestört sehen zu können oder offiziell um den Haushalt zu schmeißen.

Lass de Kopf nicht hängen, auch Du findest irgedwann einen Kitaplatz

Sue hat gesagt…

Hallo Michaela, vielen Dank, tut gut zu hören dass es anderen auch so geht!